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Öffentlichkeit
"Ich bin ne Tunte. Und das ist gut so." Mit diesen Worten beschreibt sich Donna, ein sehenswertes TGirl aus dem Pütt. Mir gefällt dieser einfache Satz so gut, dass ich ihn zitiere. Vielleicht liegt das auch an meiner Vorliebe für die "Püttler", da ich einige Jahre in Dortmund gelebt habe.
Was hat das nun mit der Öffentlichkeit zu tun? Ich finde eine ganze Menge, denn manfrau (tolles Wortspiel, nicht?) bekennt sich öffentlich zu seinen Vorlieben.
Aber das Outen im Internet ist eine einfache Sache. Die Schritte auf hohen Absätzen und im Rock hinaus auf die Straße sind viel schwieriger, aber auch viel aufregender. Ich verspüre immer wieder diese Lust, mich als Frau auf der Straße zu zeigen und manchmal gehe ich in der Dunkelheit als "Lady of the night" hinaus, da ich mich (noch) nicht so ganz als tageslichtgeeignet empfinde.
Als Frau im Auto herumzufahren ist mittlerweile nicht mehr das Problem, nachdem ich auch in hohen Pumps mit den Pedalen klar komme; das war etwas gewöhnungsbedürftig, gebe ich gerne zu. Die ersten Ausfahrten waren ziemlich aufregend, wenn ich dann an einem Parkplatz gehalten habe und ausgestiegen bin. Im Licht der vorbeihuschenden Scheinwerfer zu stehen, fand ich klasse.
Der erste richtige Spazirgang als Frau in meinr Siedlung war noch aufregender und passierte eigentlich aus einer Laune heraus, wobei auch Rotwein im Spiel war. Ich werde den ersten Spaziergang auch deshalb nicht vergessen, weil mir dabei ein kleines Malheur passierte.
An dem besagten Abend zog ich vor den Spiegel, um mein MakeUp neu aufzulegen. Und als ich fast fertig war, gab es ein heftiges Gewitter und es schüttete wie aus Eimern. Bei dem Regen hatte ich nun keine Lust meine Frisur zu ruinieren und wartete mit einem Glas, dass das Unwetter vorbeizog. Mittlerweile war es schon bald Mitternacht als der Regen nachlies und es nur noch nieselte. Es war eine warme Sommernacht und ich ging im kurzen schwarzen Rock, Stay Ups und hohen Pumps hinaus und trug eine dünne Jacke.
Unter einem großen Regenschirm stand ich dann im Licht der Straßenlaterne auf dem Gehweg. Der Wind wehte um meine Nylons. Es war unheimlich aufregend. Langsam ging ich los und die Absätze knallten auf das Pflaster. Ich hatte das Gefühl, das gleich alle Nachbarn in den Fenstern stehen, weil es mir so laut vorkam, aber den Gefallen taten sie mir nicht und nach einigen Metern hatte ich mich daran gewöhnt. Bei dem Wetter war die Straße leer und ich fühlte mich langsam etwas sicherer, obwohl mein Puls bestimmt im roten Bereich lag.
Als ein Auto auf mich zukam und die Scheinwerfer mich blendeten, hielt ich den Regenschirm etwas gesenkt. Erst da schoß mir der Gedanke durch den Kopf, dass man den Regenschirm ja auch nehmen kann, um den Kopf etwas zu verbergen. Ich hätte auch eher darauf kommen können und musste grinsen. Genial, dieses Wetter.
Ich wurde mutiger und ging weiter, als ich eigentlich vorgehabt hatte und genoß die Situation. Einzelne Autos fuhren an mir vorbei und ich "versteckte" mich hinter meinem Schirm. Ich bog in eine Straße ein, um ich auf den Rückweg zu machen. Nach ein paar Metern sah ich etwas silbernes auf dem Gehweg liegen. Es war ein Markstück. Ich ging ladylike in die Hocke, um es aufzuheben und dabei sagte es "klack, klack, klack". Die Druckknöpfe meines süßen Satinbodys waren aufgesprungen. Ich hatte das Gefühl nackt auf der Straße zu stehen und war Gott sei Dank allein. Ich schaute mich um, aber nirgends ein dunkler Ort, um das Ding wieder zu schließen. Also ging ich gezwungenermaßen weiter. Was für ein Gefühl. Mein Herz pochte bis zum Hals.
Ich musste mich zwingen "normal" weiter zu gehen und es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis die rettende Tür hinter mir ins Schloß fiel. Ich war ziemlich happy, dass ich es getan hatte und wusste, dass ich es wieder tun wollte. Heute ist es ein amüsantes Erlebnis, aber damals war es mehr als aufregend.
To be continued.
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